Die Bedeutung von Beleuchtung

Gute Beleuchtung kann einen Menschen dabei unterstützen, sich in seiner Umgebung zurecht zu finden, Beschilderungen, Räume und die Gesichter anderer Personen zu erkennen und an Aktivitäten teilzunehmen. Schlechte Beleuchtung kann Angst machen und zu Unfällen wie Stolpern oder Stürzen führen, wenn jemand nicht klar erkennen kann, was sich vor ihm befindet.

Die Bedeutung von Beleuchtung

Aufgrund physiologischer Veränderungen im Auge verschlechtert sich die Sehfähigkeit eines Menschen im Verlauf seines Lebens kontinuierlich. 75-Jährige benötigen etwa doppelt so viel Licht wie in den normalen Beleuchtungsrichtlinien für Gebäude empfohlen wird, und fast das Vierfache eines Zwanzigjährigen.

Hieraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen für die Beleuchtung von Innenräumen, die für ältere Menschen gestaltet werden: Erstens benötigen sie zweimal so viel Licht wie vorgeschrieben ist; zweitens sollte im besten Fall jemand die Beleuchtung eines Raumes einstellen, der selbst bereits etwas älter ist.

Das Auge übermittelt Signale, die von den verschiedenen Teilen des Gehirns interpretiert werden, um ein optisches Bild zu erzeugen. Viele Demenzkranke sind im Vergleich zu anderen älteren Menschen erheblich benachteiligt, weil die Fähigkeit eines von Demenz betroffenen Gehirns zur Verarbeitung visueller Signale stark vermindert ist. Daher ist es umso wichtiger, dass in der Umgebung von Menschen mit Demenz eine höhere Lichtintensität herrscht, damit ihr Gehirn die Informationen, die es wahrnimmt, vernünftig verarbeiten kann.

Reflexion und Kontrast sind der Schlüssel zu einem guten Sehvermögen: Grelles, blendendes Licht ist nicht gut; eine gleichmäßige Beleuchtung von Decken und Wänden hingegen lässt Räume einladender erscheinen. Punktuelle „Spotlights“ können Gesichter aggressiver erscheinen lassen als beispielsweise diffuses Licht. Plötzliche Änderungen der Helligkeit sollten vermieden werden und normale Lampen, wie man sie auch zu Hause findet, tragen zu einer gemütlichen Atmosphäre bei.

Die Steuerung von künstlicher Beleuchtung durch Bewegungs- oder Beschäftigungssensoren, Zeitschalter und Tageslichtschalter kann hilfreich sein, muss jedoch im Hinblick auf die Stromkosten sorgfältig durchdacht werden. Eine sehr gute Beleuchtungsmethode ist die Nutzung des Tageslichtes, da dies nicht nur kostenlos ist, sondern auch eine hervorragende Wiedergabe des natürlichen Licht- und Farbspektrums bietet. Aus diesem Grund sollte das verfügbare Tageslicht nicht mit unnötigen Jalousien oder Vorhängen, die nicht vollständig geöffnet werden können, ausgesperrt werden.

Die Lichtintensität ist außerhalb von Gebäuden natürlich viel höher als in geschlossenen Räumen. Die Menschen sollten deshalb ermutigt werden, insbesondere am Morgen nach draußen zu gehen. Selbst bei einem bewölkten Himmel ist eine Person bereits nach einer Stunde ausreichend Licht ausgesetzt gewesen, um den natürlichen Tagesrhythmus zu regulieren. Studien belegen, dass dies die natürliche Schlafdauer und -qualität fördert und damit letztlich das allgemeine Wohlbefinden steigert. Hierbei hilft auch die Dunkelheit in der Nacht, d.h. beispielsweise in Bewohner- oder Patientenzimmern sollte unnötige Beleuchtung vermieden werden. Ein weiterer Vorteil des Tageslichts ist die Reduzierung der Saisonal Abhängigen Depression (SAD), auch als „Winterdepression“ bezeichnet.

Wenn die Haut eines Menschen zwischen Frühjahr und Herbst für nur wenige Minuten täglich dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, kann dies die Produktion von Vitamin D im Körper steigern. Vitamin D ist dafür bekannt, die Knochenstärke und die Leistungsfähigkeit der Muskulatur zu erhöhen, was zu selteneren und weniger schweren Stürzen führt.

Eine gute Beleuchtung kann Menschen in Pflegeeinrichtungen mit einer Verbesserung der Schlafqualität, der Verringerung von Stürzen und der Förderung von Aktivitäten also insgesamt glücklicher machen.