Die Bedeutung von Farbe und Kontrast

Die Bedeutung von Farbe und Kontrast

Wenn Menschen älter werden, vollziehen sich eine Reihe von natürlichen, altersbedingten Veränderungen im Sehvermögen. Dazu gehören:

  • erhöhter Lichtbedarf und damit die Notwendigkeit für Zusatzbeleuchtung (dieser Link führt Sie auf die Seite „Beleuchtung“)
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber grellem, blendendem Licht
  • reduzierte periphere Sicht
  • reduzierte Kontrastempfindlichkeit
  • reduzierte Geschwindigkeit in der Anpassung an Helligkeitsänderungen
  • reduzierte Sehschärfe
  • reduzierte Tiefenwahrnehmung
  • veränderte Wahrnehmung von Farben; d.h. weniger in der Lage sein, zwischen ungesättigten (weniger intensiven) Farben wie Pastelltönen unterscheiden zu können

Mit höherem Alter besteht zudem eine größere Wahrscheinlichkeit für eine zusätzliche Verschlechterung des Sehvermögens, die durch andere Faktoren wie beispielsweise Medikamente oder eine Demenz ausgelöst wird. Was das Auge sieht, muss vom Gehirn noch interpretiert werden, um ein sinnvolles Bild zu ergeben: Diese Wahrnehmung und Interpretation wird von verschiedenen Faktoren, wie der Art, der Schwere und dem Verlauf einer Demenz sowie den verbleibenden Fähigkeiten eines Menschen beeinflusst.

Ein Bewusstsein dafür, dass eine ältere Person (mit oder ohne Demenz) ihre Umgebung anders wahrnimmt als jüngere Menschen, ist ein guter Ausgangspunkt für die Gestaltung von Wohnumgebungen. Ein gutes Design kann einer Person erheblich dabei helfen, sich in einem Gebäude zu orientieren und sicher zu bewegen. Farbe und Kontraste können auf ganz verschiedene Weise verwendet werden, um dies zu unterstützen.

Hoher Kontrast

Wenn wir die Aufmerksamkeit auf etwas Wichtiges lenken möchten, hilft ein starker Kontrast dabei, es hervorzuheben. Die Toilette zum Beispiel ist einfacher zu finden, wenn die Tür auffälliger gestaltet ist als die Wand drum herum. Ein farbiger und kontrastreicher Toilettensitz hilft bei der Positionierung. Stufen und Treppen werden sicherer mit einem kontrastierenden Streifen an der Vorderkante. Griffe und Handläufe, die sich in Farbe und Kontrast von der Wand abheben, können einfacher erkannt werden. Die Konturen der Möbel sind deutlicher zu sehen, wenn sie sich vom Boden abheben.

Geringer Kontrast

Der entgegengesetzte Effekt kann durch eine Verringerung der Kontraste erreicht werden. Bestimmte Bereiche, wie beispielsweise Personalzimmer, Lagerräume oder Schränke, die nicht für Bewohner oder Patienten vorgesehen sind, können dennoch besonders anziehend wirken. Durch einfache Maßnahmen können Sie solche Bereiche weniger attraktiv machen, indem Sie deren Farben dem Hintergrund anpassen. Eine weiße Tür auf einer weißen Wand wird auf diese Weise fast unsichtbar. Die Verringerung von Kontrasten kann ebenfalls helfen, Stürzen vorzubeugen: Plötzliche Übergänge von Bodenbelägen können für ältere Menschen aussehen wie eine Stufe. Der Versuch des Heraufsteigens kann zu einem Ungleichgewicht und häufig auch zu Stürzen führen. Sie können dies vermeiden, indem Sie eine einzelne Farbe über verschiedene Bodenbeläge beibehalten oder Änderungen in der Bodenfarbe allmählich und nicht abrupt vornehmen.

Im Hinblick auf Böden sollten zudem starke, kontrastreiche Muster vermieden werden. Ein großes oder unruhiges Muster kann schnell verwirren: Es könnte sich um ein Loch handeln, oder um einen Gegenstand, den man aufheben sollte. Wenn eine Person versucht, das Loch zu umgehen oder den vermeintlichen Gegenstand aufzuheben, kann dies wiederum zu einem Ungleichgewicht und im schlimmsten Fall zu einem Sturz führen.

Glänzende Oberflächen können unsicher und rutschig aussehen: Deshalb ist ein Bodenbelag mit einer matten Oberfläche vorzuziehen, Personen können darauf zudem schneller und sicherer gehen.

Der Kontrast ist der Schlüssel zum Sehvermögen. Ohne Kontrast sind Objekte nur schwer zu erkennen oder zu unterscheiden. Der Kontrast ist wichtig, wenn wir in der Lage sein möchten, unsere Umgebung zu begreifen und die Funktionen und Elemente eines Gebäudes zu verstehen, in dem wir unseren Alltag verbringen.

Mit zunehmendem Alter verlieren wir die Fähigkeit, Farben deutlich zu unterscheiden, unsere Tiefenwahrnehmung verringert sich, es gibt einen Verlust der Sehschärfe, wir haben eine geringere räumliche Wahrnehmung und unsere Kontrastempfindlichkeit sinkt. Ohne gute Kontraste verschwimmt die Welt vor unseren Augen und wir kämpfen immer mehr darum, einen Sinn aus dem zu machen, was wir noch wahrnehmen. Folglich sinkt häufig auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten in der Bewältigung des täglichen Lebens.