Die Bedeutung von Orientierung und Beschilderung

Die Demenz beeinträchtigt in der Regel vor allem das Gedächtnis (insbesondere das Kurzzeitgedächtnis), das Lernen, die Auffassungsgabe und das logische Denken. Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung erleben oft auch Wahrnehmungsstörungen, die dazu führen, dass sie Dinge, die sie sehen, falsch interpretieren. Wellenlinien können den Eindruck erwecken, dass sich der Boden bewegt, oder eine plötzliche Änderung der Bodenfarbe kann als Stufe wahrgenommen werden.

Diese Beeinträchtigungen gehen oft mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen einher, sodass die Welt eine verwirrende und stressige Umgebung für die Betroffenen darstellt. Sie können häufig nicht mehr verstehen, wo sich manche Dinge befinden oder wie sie funktionieren. Selbst wenn sie gezeigt bekommen, wo sie beispielsweise die Toilette finden, können sie sich beim nächsten Mal möglicherweise nicht mehr daran erinnern. Vielleicht können sie auch nach dem Toilettengang den modernen Wasserhahn mit Bewegungssensor nicht bedienen. Oder die Frühstücksflocken verstecken sich in einem der vielen Küchenschränke und der neue Wasserkocher sieht aus wie ein Krug.

Die meisten von uns nutzen auch unsere Ohren zur Orientierung. Wir hören vertraute Geräusche und wissen gleich, was los ist: Der Heizkessel pfeift, wenn das Wasser kocht; der Verkehr auf der Straße wird in der Hauptverkehrszeit immer lauter. Mit Hörproblemen und einem schlechten Gedächtnis kann eine solche Geräuschkulisse verstörend wirken. Die Umgebung erscheint dann eher feindselig als unterstützend und je größer die Beeinträchtigung, desto weniger mag jemand in der Lage sein, mit dieser Situation umzugehen. Es kann sein, dass uns nicht bewusst ist, dass wir besser sehen könnten, wenn wir das Licht anschalten. Vielleicht wissen wir nicht, dass wir die Schlafzimmertür offen lassen können, um das Zimmer später einfacher wieder zu finden. Möglicherweise denken wir nicht daran, unsere Armbanduhr zu tragen oder sind nicht mehr in der Lage, sie zu lesen und haben niemanden gebeten uns eine größere Uhr zu besorgen. Früher hat die Kirchturmuhr die Zeit angezeigt, heutzutage ist das eine Seltenheit.

Desorientierung und Verwirrung sind für Menschen mit Demenz eine häufige Erfahrung, die sie als sehr belastend und beängstigend empfinden. Viele von ihnen mussten aus ihrer häuslichen Umgebung, in der sie über Jahre oder Jahrzehnte gelebt haben, in ein betreutes Wohnen oder ein Pflegeheim umziehen, weil sie allein nicht mehr zurecht kamen. Dabei ist es schwierig, sich an ein neues Umfeld zu gewöhnen, weil dies ein gutes Gedächtnis und Anpassungsfähigkeit voraussetzt.

Relativ einfache Änderungen oder Ergänzungen können eine Umgebung so umgestalten, dass sie für Menschen mit Demenz unterstützend wirkt. Die erste Änderung besteht darin sicherzustellen, dass die wichtigsten Gegenstände und Orte gut zu erkennen sind.

Eine demenzfreundliche Raumgestaltung sollte einfach und klar sein, damit sich jemand ohne große Überlegungen zurechtfinden kann: Eine gute Beleuchtung und Farbkontraste machen wichtige Türen, Handläufe oder Einrichtungsgegenstände sichtbar. Schilder mit Wörtern, Pfeilen und Symbolbildern können die räumliche Orientierung erleichtern, wenn sie auf Augenhöhe montiert werden. Große Analoguhren erleichtern die zeitliche Orientierung.