Die Bedeutung von Gemeinschaftsbereichen

Einige von uns sind geselliger als andere. Viele sind daran gewöhnt, mit anderen zusammen zu leben. Andere leben allein. Für uns alle gilt jedoch, dass wir andere Menschen brauchen, um uns tatsächlich als Mensch zu fühlen. Wir brauchen das Gefühl geliebt zu werden. Wir brauchen das Gefühl, dass andere Leute uns kennen und sich um uns kümmern. Wir brauchen Bestätigung als die Person, die wir sind - mit allen unseren Fehlern. Sehr wenige Menschen möchten völlig allein leben, ohne jemals jemand anderen zu sehen.

Die Bedeutung von Gemeinschaftsbereichen

Wenn wir nicht mehr allein zu Hause zurechtkommen, kommen wir nicht umhin, in eine Form von Wohngemeinschaft zu ziehen. Es kann sich dabei um Betreutes Wohnen oder auch ein Pflegeheim handeln. In jedem Fall wird es andere Menschen in unserer direkten Umgebung geben, mit denen wir zwangsläufig einen Teil unserer Zeit verbringen. Es bedarf einiger Anpassungen, um sich an einem neuen Ort und in neuen Routinen einzufinden.

Menschen mit Demenz fällt eine solche Anpassung in der Regel nicht leicht. Häufig vergessen sie, warum sie umgezogen sind und sehnen sich nach ihrem „Zuhause“, einem Ort, der ihnen viel vertrauter war als der jetzige. Oft finden sie sich auch in der neuen Umgebung nicht zurecht und haben Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Wenn die Wegführung, die vielen gleich aussehenden Türen oder die Einrichtungsgegenstände nicht einfach zu verstehen sind, mühen sie sich meist vergeblich.

Man kann Demenzkranken die Eingewöhnung und Orientierung erleichtern, indem man den Ort in gewisser Weise so gestaltet, wie sie es bisher immer kannten: Bei Möbeln und Gerätschaften muss es nicht immer das neueste Design sein. Ganz im Gegenteil, wenn sie eine klassische Form und Funktion haben, wie sie den Menschen aus ihrer Jugend oder ihrem Erwachsenenleben vertraut ist, erleichtert das ihnen das Verstehen ungemein. Es hilft auch, wenn das Design visuelle und auditive Probleme ausgleicht.

Für die Verantwortlichen in der Gestaltung von Gemeinschaftsbereichen gibt es sehr viele Herausforderungen:

  • Menschen haben sehr unterschiedlich schwere Beeinträchtigungen. Der einzige Weg, es für alle richtig zu machen, ist sich an den am meisten beeinträchtigten Personen zu orientieren: Was ihnen hilft, hilft auch allen anderen. Setzen Sie also viel Licht ein, starke Kontraste, und beachten Sie, die Umgebung so leise wie möglich zu gestalten.
  • Menschen haben sehr unterschiedliche Interessen. Aus diesem Grund sollte ein Aufenthaltsraum bzw. ein Gemeinschaftsbereich die Möglichkeit bieten, verschiedenen Aktivitäten nachzugehen. Manche möchten sich vielleicht am Kamin sitzend unterhalten, andere wollen in Ruhe lesen oder fernsehen. Damit sich Menschen mit Demenz selbstsicher und wohl fühlen, muss für sie klar erkennbar sein, was sie in einem Raum tun können.
  • Auch im Hinblick auf Mahlzeiten haben Menschen ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Gewohnheiten. Manche sind an ein formelles Abendessen gewöhnt; andere bevorzugen das Essen an einem Küchentisch. Einige essen lieber allein, und andere schätzen Gesellschaft, auch wenn es nur darum geht sie daran zu erinnern, wie man isst. Einige mögen das Gefühl, dass sie in einer Kantine sind, andere in einem Restaurant und wieder andere in einer Familie. Jeder braucht ausreichend Licht und guten Kontrast um die Tassen, Teller, Besteck und das Essen zu sehen. Jeder braucht Ruhe und so wenig Ablenkung wie möglich, um sich auf das Essen zu konzentrieren.

Ein Gemeinschaftsbereich wird nie so vertraut sein wie das eigene Zuhause. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Dingen, die wir tun können, damit sich Menschen – mit oder ohne Demenz – leicht orientieren können und sicher und wohl fühlen.

Begriffsglossar

Architrave - Türsturz

FFL - Fertige Etage

Lux - Die SI-Einheit der Leuchtstärke; die Beleuchtungsstärke auf einer Fläche

von einem Quadratmeter, die ein Lichtstrom von einem gleichmäßig

über die Oberfläche verteilten Lumen erzeugt.

LRV - Lichtreflexionswert; der Anteil des sichtbaren Lichts, der von einer

Fläche reflektiert wird, gegenüber der Lichtempfindlichkeit des

menschlichen Auges. Der Anteil wird in der Regel als eine Zahl zwischen

0 und 100 ausgedrückt, wobei 0 keine Reflexion bedeutet und 100

Totalreflexion.

WHB - Handwaschbecken